Unser Alltag ist stressig genug, da müssen wir uns nicht noch zusätzlich belasten. Wie man das schafft? Einfach auch mal Nein sagen. Uns wird von der Gesellschaft suggeriert, dass es eine schlechte Eigenschaft ist, anderen etwas zu verweigern. Dabei ist es wichtig, dass wir lernen mehr für uns selbst zu tun. Und dazu gehört einfach auch bei Entscheidungen um etwas Bedenkzeit zu bitten oder zumindest kurz in sich zu gehen und sich ehrlich zu fragen: Kann und möchte ich das tun? Es ist schlichtweg nicht richtig, sich immer verpflichtet zu fühlen. Da Einsicht bekanntlich der erste Weg zur Besserung ist, erhaltet ihr nachfolgend 10 Tipps für den Weg zu mehr Selbstachtung.

1. Erst denken, dann reden.

Es ist eine simple Angewohnheit, immer sofort zuzusagen, wenn uns jemand um etwas bittet oder wenn wir sehen, dass etwas getan werden muss. Dieses Reaktionsmuster kann man nur aufbrechen, indem man es sich bewusst macht. Also lege dir eine Taktik zurecht. Atme kurz durch und zähle bis 3. Oder bitte immer erstmal um einen Moment Bedenkzeit. Und dann nimm dir diese auch – und überlege in Ruhe.

2. Bewahre einen kühlen Kopf.

Aufgaben und Zuständigkeiten wandeln sich ebenso wie das Leben. Also lass dich nicht aus Gewohnheit dazu verleiten, etwas zu tun, nur weil du es schon immer gemacht hast. Die ehrliche Frage, ob das nicht auch ein anderer tun kann, hilft oft schon weiter. Denke positiv, anstatt dir immer Gedanken über mögliche negative Konsequenzen zu machen. Du wirst überrascht sein, wie oft die Dinge besser laufen als du erwartet hast.

3. Respekt.

Und zwar für dich selbst und für andere. Nicht jede Bitte kann und will man ablehnen. Darum geht es auch nicht. Es geht um Selektion. Tatsächlich kann es einem sogar zu mehr Respekt verhelfen, wenn man etwas ablehnt. Andere erkennen, dass man priorisiert. Wenn es etwas schwieriger ist, kann man seine Beweggründe in einem Vier-Augen-Gespräch kurz darlegen. Und im Zweifelsfall kann man sich immer noch umentscheiden. Nichts ist in Stein gemeißelt!

4. Standhaft bleiben.

Manchmal will der Gegenüber einen in so einem Gespräch noch auf die andere Seite ziehen und versucht für seine Argumente zu werben oder ein Verpflichtungsgefühl aufkommen zu lassen, indem er auf Dinge verweist, die er selbst schön für einen getan hat. Überlege dir, ob diese Argumente wirklich tragen, oder ob hier gerade Äpfel mit Birnen verglichen werden. Zeige Verständnis für dein Gegenüber, nimm sein Argument auch auf und zeige somit, dass du deinen Gesprächspartner ernst nimmst, ihm jedoch aus zeitlichen oder persönlichen Gründen nicht helfen kannst.

5. Beim ersten Mal ist es immer schwierig.

Menschen sind Gewohnheitstiere. Aber nur weil etwas immer so war, heißt das nicht, dass es sich nicht ändern kann. In anderen Worten: nur weil du etwas immer gemacht hast, bedeutet das nicht, dass es kein anderer tun kann. Geht es zum Beispiel um die Aufgabenverteilung für ein Event und alle erwarten von dir, dass du dich um die Organisation der Getränke kümmerst, kannst du ruhig auch mal ablehnen und sagen, dass du gerne mal eine andere Aufgabe übernehmen möchtest. Die anderen werden es auch so hinbekommen. Und wer weiß – vielleicht bist du in deiner neuen Aufgabe ja so gut, dass gewohnte Verhaltensmuster aufgebrochen werden und ihr nun regelmäßig bei der Aufgabenverteilung rotiert .

6. Damit es gut wird, muss ich es selbst tun?

Schon möglich, dass da was dran ist. Gib anderen trotzdem die Möglichkeit sich zu beweisen oder etwas dazu zu lernen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Also gib bewusst auch mal etwas von deinen Aufgaben ab und lerne loszulassen. Du wirst sehen, dass es gar nicht so schlimm ist. Halte dich für Rückfragen und Hilfestellung bereit und lobe das Ergebnis, selbst wenn es nicht hundertprozentig deinen Erwartungen entspricht. Mit der Zeit lernst du dadurch, anderen mehr zu vertrauen und besser mit ihnen zusammenzuarbeiten. Es ist ein ständiges Nehmen und Geben!

7. Aber bitte mit Charme.

Du musst anderen nicht gleich Honig um den Mund schmieren, aber eine Absage positiv zu verpacken, kann nicht schaden. Etwa: „Ich fühle mich geehrt, dass du da an mich gedacht hast, aber leider kann ich dir nicht helfen. Sicherlich findest du schnell jemand anderen dafür.“ Das ist charmant, enthält jedoch eine klare Verneinung.

8. Gegenwind.

Du hast es geschafft, dass du nicht mehr blind überall deine Hilfe anbietest und automatisch ja sagst. Das bedeutet jedoch nicht, dass andere davon genauso begeistert sind wie du. Wer daran gewöhnt ist, dass andere ihm Aufgaben abnehmen, sobald er fragt, ist erst einmal nicht angetan, wenn er auf Zurückweisung stößt. Rechne mit Kritik und Gegenwind, man wird versuchen den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Brich mit dieser Gewohnheit und kennen deinen eigenen Wert. Du lehnst ja nicht aus Spaß ab, sondern weil du einen ernsthaften Grund dazu hast.

9. Kenne dein Ziel.

Wenn du in eine härtere Verhandlung gehen musst, bleib ruhig und weiche nicht von deinem Standpunkt ab. Das hat nichts mit Starrköpfigkeit oder einer negativen Einstellung zu tun. Du hast dein Nein aus guten Gründen formuliert. Also überlege vor einem solchen Gespräch, wo deine Schmerzgrenze liegt, ob du unter Umständen von deinem Nein abweichen oder zurücktreten würdest.

10. Schuldig im Sinne der Anklage?

Nein zu sagen ist schwer. Und es nagt an einem. Hat man die richtige Entscheidung getroffen? Lässt man jemanden damit im Stich? Wie eingangs erwähnt, suggeriert uns die Gesellschaft, dass es falsch ist sich über andere zu stellen. Grundsätzlich mag das stimmen – aber es geht ja auch nicht darum pauschalisiert alles abzulehnen, sondern abzuwägen, in sich hineinzuhorchen und dann zu entscheiden. Wenn du dann zu einem Nein gelangst, bist du kein schlechter Mensch. Denn der Mensch, dem du am meisten verpflichtet bist, bist du selbst! Und deshalb ist es dein gutes Recht, deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Über kurz oder lang, wirst du die Konsequenzen daraus erkennen: mehr Gelassenheit, ein besseres Selbstwertgefühl und vor allem mehr Achtung und Respekt von anderen. Und dafür lohnt es sich allemal einzustehen.

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