„Toll, dass ihr das so schafft trotz der Entfernung. Ich könnte das ja nicht.“

Na, auch schon mal gehört oder sogar selbst gesagt? Wenn man sich wirklich für einen Menschen entscheidet, dann ist es egal, ob er 5 oder 500 Kilometer entfernt wohnt – die Gefühle ändern sich dadurch nicht. Was aber sehr wohl anders ist, sind die Umstände. Man kann nicht mal eben vorbeifahren, um den anderen zu sehen. Nach einem Streit muss man bis zum nächsten Wiedersehen warten, bis man sich in die Arme schließen kann. Dafür hat man aber auch ein ganz anderes Feingefühl füreinander, man hört genauer hin, da man den Partner ja nicht zwangsläufig bei jedem Gespräch sieht. Man erlebt den Alltag aus der Ferne, gefiltert durch die Wahrnehmung des anderen und ist nicht aktiver Bestandteil desselben. Wenn man sich dann am Wochenende sieht, hat der Partner einen hohen Stellenwert, man hat sich viel zu erzählen, freut sich aufeinander. Die Zeit wird als sehr intensiv wahrgenommen und erlebt.

Alles eine Frage der Einstellung

Als Vorteil von Fernbeziehungen kann man wohl die Möglichkeit zur Selbstentfaltung sehen. Es bleibt ausreichend Zeit, um sich dem Job, Freunden und den Hobbys zu widmen und am Wochenende dann die Zeit mit dem Partner zu genießen. So können zwei freiheitsliebende Menschen in dieser Beziehungsform die Erfüllung finden und trotzdem starken Rückhalt genießen, ohne dabei eingeengt zu sein. Als Nachteil kann die Distanz natürlich auch empfunden werden, da man es sich natürlich nicht abends nach der Arbeit mit dem Partner auf der Couch gemütlich machen kann und vieles alleine tun muss. Es ist Typsache. Wer unsicher ist, weil er extrem viel körperliche Nähe braucht, könnte hier natürlich zu kurz kommen und dann unglücklich werden, was den anderen wiederum unter Druck setzt. Ein weiterer Faktor ist das Vertrauen. Man muss sich Freiräume zugestehen können und sich damit abfinden, dass man nicht weiß, was der andere so treibt. Man erfährt das, was man erfahren soll. Allerdings denke ich, dass man auch erfolgreich lügen oder fremdgehen kann, wenn man direkt um die Ecke wohnt. Wichtig ist ach, dass man sich bewusst ist, dass eine Fernbeziehung viel von einem fordert. Wenn man den Partner sehen will, macht man sich bestenfalls freitags direkt nach der Arbeit auf den Weg zu seiner/m Liebsten. Gleichzeitig bedeutet der Aufwand, den wir betreiben, aber auch etwas Gutes. Denn je mehr wir für jemanden tun, desto mehr mögen wir ihn und umgekehrt. Achtet darauf, dass sich die gegenseitigen Besuche in der Waage halten oder ihr genau abstimmt, dass es für den anderen okay ist, dass er häufiger zu euch kommt. So beugt ihr Frustration und somit auch Streit vor.

Passen unsere Lebensziele zueinander?

Es geht also darum, dass man sich selbst fragt, ob diese Beziehungsform für einen persönlich in Frage kommt und ob sie umsetzbar ist. Beide Partner müssen sich bewusst dafür entscheiden und bereit sein Raum für den anderen zu schaffen, auch dann zu kommunizieren, wenn man vielleicht mal einfach seine Ruhe haben will und vertrauen zu können. Grundsätzlich ein gemeinsames Ziel zu haben ist auch hilfreich. Wenn der Partner mit einem eigenen Unternehmen in seiner Stadt erfolgreich ist, gibt es wohl wenig Möglichkeiten für ihn, in ihre Stadt zu ziehen. Darüber muss man sich bewusst sein. Grundsätzlich gilt aber auch hier wieder: Die Liebe kann alles schaffen!

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