„Ich gerate immer an die gleiche Sorte Mann/Frau“, „Immer werde ich ausgenutzt und schlecht behandelt“ oder aber:  „Ab einem bestimmten Punkt wende ich mich immer wieder ab und werde selbst unfair“. So oder ähnlich klingen häufig die kummervollen Aussagen von Menschen, die mit ihren Beziehungen wieder und wieder in den gleichen erfolglosen Kreislauf geraten.
Wie du aus deinen Fehlern lernen kannst, wie du endlich die Liebe findest, mit der du glücklich bist, wie negative Beziehungskreisläufe entstehen und wie du diese durchbrechen kannst, sind die dringenden Fragen, mit denen wir uns in diesem Artikel beschäftigen.

Wie entstehen negative Beziehungskreisläufe?

Eine glückliche Partnerschaft zu führen, wurde uns nicht zwangsläufig in die Wiege gelegt. Jegliche Form von zwischenmenschlichen Beziehungen müssen Kinder und Jugendliche erst lernen. Sie tun dies hauptsächlich durch Beobachtung und Nachahmung. Besonders prägend sind dabei die Beziehungen innerhalb der Familie. Wie werde ich behandelt, respektvoll, liebevoll, streng? Wieviel und wodurch bekomme ich Aufmerksamkeit? Wie wird mir Liebe vermittelt? Wie funktioniert die Liebe bei meinen Eltern? All diese Aspekte saugt ein kleines Kind in sich auf, verinnerlicht sie und wendet sie dann selbst im Umgang mit anderen Menschen an. Diplompsychologin Isabelle Überall aus München sagt: „Bei der Partnerwahl spielen unbewusst die eigenen frühkindlichen Beziehungsmuster eine Rolle. Das Verhalten zwischen Mutter, Vater und Kind in den ersten drei Lebensjahren prägt für das restliche Leben.“

Eine Frau die als kleines Mädchen beispielsweise viel Strenge und Gewalt von ihrem Vater erfahren hat, ist stark gefährdet sich Beziehungspartner auszusuchen, die sie ähnlich behandeln. Auch andere Beziehungsmuster, die wir durch unsere Eltern gelernt haben, übernehmen wir oft in unserem Erwachsenenleben.

Wie kann ich alte Rollenmuster durchbrechen?

Hier gilt der altbekannte Leitsatz: Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Es kann sehr hilfreich sein, einmal die Beziehung zu den eigenen Eltern genauer unter die Lupe zu nehmen. Gibt es Parallelen zu den eigenen gescheiterten Beziehungen? Oder versuchst du sogar krampfhaft alles anders zu machen als deine Eltern und vernachlässigst dabei deine wirklichen Bedürfnisse?

Als nächsten Schritt solltest du dir bewusst machen, was du dir eigentlich wirklich für eine Beziehung wünscht. Warum warst du mit deinen vorherigen Beziehungen so unglücklich? Was brauchst du unbedingt, um zufrieden zu sein? Was ist dir dagegen eher unwichtig? Wie möchtest du behandelt werden? Welche Behandlung willst du nicht mehr akzeptieren?

Es ist sehr wichtig, dass du deine eigenen Ansprüche an eine Beziehung ernst nimmst. Wenn du sie dir immer wieder vor Augen hältst, hast du deine Chancen, einen passenderen Partner zu finden, bereits verbessert.

Wie schaffe ich es, eine Partnerschaft richtig zu beurteilen und rechtzeitig zu erkennen, dass sie in die falsche Richtung läuft?

Die wichtigste Grundregel in einer Beziehung ist, dass du nicht darauf hoffst oder drängst, dass dein Partner sich ändert. Du solltest mit ihm/ihr so zufrieden sein können, wie er/sie ist. Wenn du ein Zusammensein nur weiterhin ertragen könntest, wenn er/sie sich ändert, ist das ein Alarmsignal, welches du in jedem Falle ernst nehmen solltest. Mache dir keine falschen Hoffnungen, dass eines Tages alles anders werden könnte. Eine solche Denkweise verrät dir schon, dass du in der Beziehung nicht dauerhaft glücklich werden kannst.

Das Geheimnis einer gelungenen Partnerschaft

Damit eine Partnerschaft von Dauer ist und beide Partner glücklich macht, braucht es mehr als nur verliebt zu sein. Von dem alten Klischee, man bräuchte nur den oder die Richtige zu finden und alles liefe von alleine harmonisch, solltest du dich verabschieden. Beide Partner müssen bewusst und aufmerksam mit sich und der Beziehung umgehen, damit die Liebe Bestand hat. Es heißt zwar, Gegensätze ziehen sich an, aber für eine dauerhaft funktionierende Beziehung ist es wichtig, dass beide Partner in vielen wichtigen Bereichen übereinstimmen. Dazu gehören Persönlichkeits- und Charaktereigenschaften wie z.B. Gewissenhaftigkeit und Offenheit, aber auch gemeinsame Wertevorstellungen, Vorlieben und Interessen.

Je ähnlicher sich zwei Menschen sind, desto weniger Konfliktpotential gibt es zwischen ihnen und desto größer sind ihre Chancen für eine lange, harmonische Beziehung.

Zu guter Letzt solltest du dir immer wieder vor Augen halten, dass dauerhafte Liebe, auch mit dem richtigen Partner, Arbeit bedeutet. Beide Partner müssen sich immer wieder um den anderen bemühen und sich gegenseitig große Aufmerksamkeit schenken.

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